Korea: Yeosu World Expo 2012

24.08.2013

Rettet das marine Ökosystem!

„Yeo“ bedeutet “schön” und „Su“ “Wasser”. Dass Yeosu nicht nur für seine etwa 300.000 Einwohner eine der schönsten Hafenstädte Koreas ist, verwundert also kaum. Noch dazu leben sie in der Komfortzone eines florierenden wirtschaftlichen Ballungsraums. Warme Strömungen und Meeresbrisen bescheren dem Ort ein übers Jahr angenehmes Klima und das eine oder andere Kreuzfahrtschiff. Damit das so bleibt und sich der Umweltgedanke generell tiefer in den Gehirnen der Menschen verankert, stand die Expo unter dem Thema „Der lebende Ozean und die Küste“. Das gewählte Thema sollte Besuchern bestehendes Wissen aufzeigen, die Weiterentwicklung von Technologien veranschaulichen und gangbare Wege vorschlagen, durch die diese Herausforderung zu bewältigen ist.

Erster Schritt war Organisation und Durchführung einer Expo mit möglichst geringer CO2-Emission: So stützte sich das aus recycelten Materialien konstruierte Ausstellungsgelände auf erneuerbare Energien. Fast alle Pavillons wurden nach der Schau wieder abgebaut und in den Rohstoff-Kreislauf zurückgeführt. Eine der Ausnahmen: der Sky Tower. Der ehemalige Zementspeicher erhielt in Form einer an die Fassade montierten Orgel einen neuen Daseinszweck: Das Instrument steht seit 2011 im Guinnessbuch der Rekorde als ‘lauteste Orgel der Welt’. Zu hören war sie morgens und abends während der Expo, danach bei Konzerten und – ganz feierlich – mit der Nationalhymne am Staatsfeiertag.

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Eine Wasserwelt für die Zukunft

Seit Inkrafttreten der UN-Konvention 1993 über das „Recht der Meere“ sind die Ozeane für die Menschheit ein wichtiges Element zur Problemlösung bei Ressourcen, Nahrung, Raum und Umwelt geworden, nachdem industrielle Aktivitäten das marine Ökosystem fast zum Erliegen gebracht haben. Dass globale Erwärmung und die Häufung von Naturkatastrophen alle angeht, war die Botschaft Yeosus an die Welt. Bestenfalls sollte die Expo Patin neuer Ideale sein, in denen sich künftig „Seatizens“ („Meeresbürger“) in einer „seavilization“ („Meeresgesellschaft“) für ihre Umwelt verantwortlich zeigen und engagieren. Über 100 Nationen, Organisationen und Unternehmen aus aller Welt stellten ihre Visionen zum Thema in phantasiereichen Pavillons aus. Die Hotelkapazitäten auf dem Gelände waren gut gebucht, aber auch im nahen Umland waren ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten von gutem Standard gegeben.

50 Tonnen Stahl und 2.500 Quadratmeter Wände für ‘Deutschland’

Der Deutsche Pavillon entführte unter dem Motto „Seavolution“ auf eine faszinierende Reise von den Küsten bis zum Meeresgrund. Die Agentur facts and fiction entwarf das Konzept gemeinsam mit dem Architektenbüro GTP Architekten, Messebauer Holtmann entsandte zwölf Mitarbeiter aus der Zentrale in Langenhagen bei Hannover nach Yeosu, wo sie den Pavillon mit rund 25 Kollegen einer koreanischen Partnerfirma erstellten.

Drei Themeninseln „Küsten“, „Lebensraum“ und „Schatzkammer“ zeigten innovative Technologien und zukunftsweisende Verfahren rund um das Expo-Thema auf. Aber schon in der Wartezone konnten Besucher bei einem interaktiven Quiz ihr Deutschland-Wissen auf die Probe stellen und später anhand eines Kurzfilms Interessantes über die deutsche Nord- und Ostseeküste, die großen Häfen und die Hamburger HafenCity erfahren. Höhepunkt war die virtuelle Tauchfahrt mit spektakulärer 360-Grad-Projektion, wofür ein US-amerikanisches Unternehmen die aufwändige Technik installierte.

Organisiert wurde die deutsche Beteiligung an der Weltausstellung in Yeosu von der Hamburg Messe und Congress GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

www.expo2012-yeosu.de

Fotos: Christina Feyerke

Veröffentlicht 2012. Aktualisiert 2013.